Mosaikstelen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
(Rainer Maria Rilke)

Der Wunsch nach einer Mosaikgestaltung von Betonstelen für ein Urnenfeld auf dem Bramscher Friedhof kam von dem Garten- und Landschaftsarchitekten Hyco Verhaagen.
Ein inspiratives Treffen in meiner Werkstatt lies vielfältige Ideen wachsen und sehr bald zu einem konkreten  Auftrag werden.

Über die Monate reiften die Details zu Form, Farbe, Material und letztendlich die Idee der „großen Spirale“, deren Mittelpunkt irgendwo im Unsichtbaren liegt und die sich jeweils nur in einem Ausschnitt zeigt bzw. sich auf den Stelen materialisiert.

Grüner Stein aus Afrika verbindet sich mit regional gesammelten Steinmaterialien, außerdem einzelne Steine aus vielen Teilen der Erde – sie  tauchen in den Kreissegmenten auf – „Wegesteine“… Friedhofsbesucher konnten sich auch einen Wegestein auswählen, oder haben selbst einen Stein mitgebracht, der dann eingearbeitet wurde.

Es war eine besondere Erfahrung, zwei Wochen auf dem Friedhof zu arbeiten; die Ruhe des Ortes, das Eintauchen in das Steinmaterial und in die Sommerwärme, gelegentliche Besuche und anregende Gespräche und natürlich auch Beerdigungen … und außerhalb dieser Ruhezone das  – mir fragwürdig erscheinende – Alltags- und Konsumtreiben.

Auf diesem Weg allen Beteiligten einen herzlichen Dank für das Vertrauen und die künstlerische Freiheit! Außerdem danke ich

  • dem Friedhofsteam  für alle Arbeitserleichterungen,
  • den Steinmetzen der Firma Tschörner für das Ausleihen von Werkzeug,
  • Jonas, für die Hilfe beim Verfugen, als der erste Anflug von Erschöpfung kam,
  • Sabine Vielmetter, durch deren Empfehlung diese Verbindung überhaupt zustande gekommen ist und für ihre schöne Unterkunft,
  • und natürlich Johannes Vielmetter, dessen Geist sich des öfteren meldete, wenn es schwierig wurde und mich auch an die notwendigen (Kaffee)pausen erinnerte 🙂

 

stelen_ bramsche

Und hier gibt es noch einen Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung NOZ.

KOINOBORI

Angeregt durch das KOINOBORI-Projekt, werden am 11.3.2016, dem 5. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima, 8 Frauen ihre aus den verschiedensten Materialien gearbeiteten Kois bei mir ausstellen. Die jeweils etwa 1m langen Fische werden z.B. aus Wolle, Stoff, Plastiktüten oder alten Landkarten bestehen und genäht, geklebt, gefilzt, gehäkelt sein.

Das zeigt uns, wie vielfältig und phantasievoll die Möglichkeiten jedes Einzelnen sind, ein Thema zu bearbeiten, um damit den Blick auf die Individualität zu weiten und zugleich dessen Schönheit wahr-zunehmen und zu be-wahren.

KOINOBORI ist ein japanischer Kindertags-Brauch. In Japan symbolisiert der Koi Entschlossenheit und Ausdauer in problematischen Situationen und diese Eigenschaften wünscht man seinen Kindern durch das Hissen einer Koi-nobori Karpfenfahne.

Unsere Kois sind den Kindern gewidmet, nicht nur in Japan sondern überall, wo politisch-wirtschaftliche Katastrophen ein friedvolles Leben unmöglich machen, denn unser Lebensstil hat unmittelbare, globale Auswirkungen und sie müssen mit den Folgen unserer alltäglichen Entscheidungen leben.

11.3.2016, an der Straße vor meiner Werkstatt, Dieringhauser Straße 125, 51645 Gummersbach, zwischen der Antiatom- und der Japanfahne.

Mosaikprojekt in Drabenderhöhe

In Anlehnung an den „Lebensbaum“ von Klimt fand 2015 im Jugendzentrum Drabenderhöhe ein Mosaikprojekt statt, das in drei Zeiträumen erarbeitet wurde:

1. das Modellieren von Tonreliefs/Vögeln, die dann gebrannt und glasiert und
2. in das Mosaik, direkt an der Wand, eingebaut wurden und in der
3. Phase ein Mosaikband, mit dem gleichen Motiv, das sich durch den ganzen Innenhof zieht.