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Masken

Diese Tiermasken sind, zusammen mit Schülern, für ein Theaterprojekt entstanden. Am Anfang standen verkleinerte Tonmodelle. Die Materialien für die richtigen Masken waren einfach – feinmaschiger Draht („Kükendraht“), Gipsbinden und Farbe. Ach ja, und ein alter Flokati hat eine wichtige Rolle gespielt 🙂 Um die relativ großen Masken beim Theaterspiel tragen zu können, wurden alte Fahrradhelme eingearbeitet.

Handarbeitsraum in der Waldorfschule Gummersbach

„Gerade die ästhetische Seite des künstlerischen Übens verlangt somit in hohem Maße, von sich selber loszukommen und sich freiwillig auf die Eigenart und Eigengesetzlichkeit einer Sache einzulassen. Motiviert, eine Sache schön zu machen, ist man nicht, weil man das schön machen muß und soll, weil es sonst eine schlechte Note gibt – also von außen gesteuert; sondern motivieren muß man sich im Künstlerischen selbst. Motivierend, die Sache schön zu machen, ist allein die Hingabe an die Aufgabe. Weil ich es will, daß sie schön wird, strenge ich mich an. Dieses Streben nach dem Schönen ist etwas, was von innen kommen muß, von dem keiner sagen kann: du mußt das schön machen! Man macht es dann vielleicht korrekt, aber nur so weit wie unbedingt nötig. Das Schönmachen geht über die reine Pflichterfüllung hinaus, man übernimmt Eigenverantwortung aus Eigenantrieb. Auch Geduld und Ausdauer werden dann selbst gewollt und wirklich gebildet. Sich in Freiheit einer Aufgabe zuzuwenden, ist vielleicht der wichtigste Lernschritt, der hier getan werden kann, wie auch die Beobachtungen zeigen, daß am Ende des Förderungsjahres eigene Wünsche und Handlungsantriebe bei den Jugendlichen da waren, eigene Interessen, etwas zu lernen – und daß nicht nur etwas getan wurde, weil es eben getan werden mußte.“

Dieses Zitat stammt aus einem Bericht über einen Ausbildungsversuch bei den Kölner FORD-Werken, von 1985, der sich „Fachübergreifende Qualifizierung durch künstlerische Übungen“ nannte.

Genauso gut passt es aber auch zu den hier gezeigten Bildern. Drei Schüler der 8. Klasse der Freien Waldorfschule Oberberg in Gummersbach haben dieses Mosaik im Handarbeitsraum ihrer Schule erstellt – als freiwilliges Projekt während der Sommerferien 2005.

Das Wandmosaik in der AHG Köln

Ausgangssituation: Die Fenster, die den Speisesaal vom Anbau trennten, waren herausgenommen worden und die so entstandenen „Öffnungen“ sollten neu gestaltet werden. Die Grundfarbe sollte sich an den gegebenen Farben (Möbel) orientieren und sich mit weiteren Gestaltungselementen, wie den Pflanzen und dem Licht, verbinden.

Mit Engagement und Hingabe gestalteten die Klienten eine „grüne Ranke“ aus Fliesenbruch und Steinmaterial, die sich innerhalb der sandfarbenen Fläche bewegt. Durch die Einarbeitung von Spiegelscherben tauchen, je nach Sonnenlichteinfall, zusätzlich Lichtreflexe in dem dahinterliegenden Raum auf.

So ist auch in dieser Gemeinschaftsarbeit sichtbar geworden, wie sich jeder, seinen Fähigkeiten entsprechend einbringen kann und dann schließlich, im kreativen Prozess, die eigentliche Arbeit zu einem sozialkünstleisches Gestalten „Seite an Seite“ – „Hand in Hand“ wird.

Der Brunnen am Gymnasium

Mosaikprojekt am Gymnasium Moltkestraße in Gummersbach

Juni bis September 2005, im Rahmen der Umgestaltung des Schulhofs
Projektwoche mit ca. 30 Schülern der 10. und 11. Klasse

Künstlerische Leitung und Fertigstellung durch Petra Bergerhausen und Anette Liedke

Ziel unserer künstlerischen Gestaltung war:

  • Die vorhandene, streng geometrische Form- und Farbgestaltung des Schulgebäudes aufzugreifen.
  • Die Auflösung des rechten Winkels und dessen Umwandlung in organisch-wachsende Strukturen
  • Die farbige Veränderung des Materials durch herabfließendes Wasser am Brunnen mit einzubeziehen

Projektwoche

Die Schüler gestalteten (in Gruppen von 3-4 Teilnehmern) jeweils eine grob festgelegte Fläche, nach eigenen Entwürfen und Bildern. Das Farbspiel war frei gewählt, jedoch im Rahmen einer vorher festgelegten Auswahl der Fliesen (Weiß, Sand- und Brauntöne, Orange, Grau, Blau und Schwarz), dazu Gesteinsbrocken der unterschiedlichsten Art, Glasbrocken, etc.

Die Schüler erlernten die einzelnen Arbeitsschritte:

  • Zerbrechen der Fliesen, das Legen des Motivs durch Zusammensetzen vieler kleiner, unregelmäßig gebrochener Formen
  • Der Umgang mit Fliesenkleber, Fugenmaterial und Werkzeug

Die Aufgabe der Künstlerinnen während der Projektwoche bestand darin, die Arbeitsschritte zu vermitteln, praktische Hilfestellung zu geben, beratend einzugreifen, und auf eine sorgfältige Verarbeitung des Materials zu achten. Das Besondere einer künstlerischen Gruppenarbeit mit der Mosaiktechnik (nicht zu verwechseln mit dem klassischen Mosaik aus gleichmäßig-quadratischen Steinchen) ist das „Sichtbarwerden“ von sozialen Eigenschaften innerhalb der Gruppe:

  • Viele verschieden geformte Teile (Individuen) bilden ein Gesamtbild (Gruppe)
  • Das Wechselspiel von: Sich einfügen, hervortreten, Umraum bilden, Mittelpunkt sein, unterstützen, betonen, zurücktreten, etc. spiegelt sich im Material wieder
  • Auch das Fugenbild hat eine wichtige Funktion: Es ist die Linie, der „Abstand“ zwischen den Individuen, der letztendlich dem Gesamtbild Halt und Ruhe gibt

Mein besonderer Dank geht an:

  • Herrn Peter Leidig, der uns diesen Auftrag vertrauensvoll übergab
  • Petra Bergerhausen für die phantastische Zusammenarbeit
  • Steve, der uns eine neue Technik des Verfugens lehrte
  • An die Schüler der 10. und 11. Klasse, die mit viel Hingabe und Engagement arbeiteten und uns die Hoffnung geben auf weitere sozial-künstlerische Projekte
  • An die Passanten, die die Umgestaltung des Brunnens mit Freude verfolgten und uns viel Erfolg wünschten