Archiv der Kategorie: Projekte

Krawinkel I

Dieser große Spiegel hängt vor dem Eingang des Jugendtreffs im Krawinkelgebäude in Bergneustadt. Er ist eine Gemeinschaftsarbeit der Teilnehmer der Schulkinderbetreuung unter meiner Anleitung. Mein Anteil dabei war es, die Farbauswahl zu treffen, sowie eine grobe Einteilung der Flächen vorzunehmen. Den prinzipiellen Umgang mit den Materialien kannten die Teilnehmer schon von kleineren Arbeiten dieser Art. Die Kinder konnten „ihre“ Flächen frei gestalten, sollten aber auf passendende Übergänge zu denen ihrer Nachbarn achten. Wenn man sich den fertigen Spiegel mit den Maßen von ca 170x70cm so anschaut, ist das sehr gut gelungen.

Mosaikspiegel im Krawinkelgebäude

Die Säule im Altenheim

Die Gestaltung einer Säule im evangelischen Altenheim Bergneustadt als Kinderkunstprojekt ist eine Idee von Michael Klaka (Verein für Kinder, Kunst und Kultur). Mit einigen Kindern aus der Schülerbetreuung und 3 Helfern wurde daraus ein Osterferienkunstprojekt, das wir in 4 Tagen gemeistert haben.

Eine Säule ist ja keine Fläche, die man sofort überschaut, sondern sie lädt ein, „herumzugehen“, und so ergab sich als zentrales Motiv eine sich um die Säule windende, grüne Ranke, die allerlei Überraschungen enthält… Sie „wächst“ aus dem braunen, erdigen Bereich (die Farbe der Fußbodenfliesen wurde nochmal aufgegriffen und mit anderen Brauntönen und schönen Steinen gemischt), durch eine lebhafte, farbenprächtige Mitte, bis zum lichten, weißen oberen Teil – man kann einen Lebenszyklus darin sehen.

Die Kinder konnten einzelne Bereiche mit selbstentworfenen Motiven gestalten, an der grünen Ranke arbeiten, oder „nur“ farbige Flächen kleben, je nach Können – aber immer war klar, daß jeder Teil gleich wichtig ist! Meine Hauptaufgabe bestand darin, das GANZE, in FARBE und FORM, immer im Auge zu behalten, damit in der übersprudelnden Vielfalt der Ideen nicht das wilde Wachstum durchbrach, und im Schaffenseifer nicht die handwerklich notwendige Sorgfalt vergessen wurde. Es war ein spannender, intensiver Prozess, und wir hoffen, daß wir den älteren Menschen im Haus ein Stück sichtbarer Lebensfreude hinterlassen haben.

DANK an die mitwirkenden Kinder: Andrej, Tom, Lara, Lisa, Birgül, Mara, Kader, Rasime, Benny, Simon und an Kathy Kirchner und Peter Weber-Heck!
An den Heimleiter, Herrn Huber, für die gestalterische Freiheit, und der Küche für die Verpflegung!

Masken

Diese Tiermasken sind, zusammen mit Schülern, für ein Theaterprojekt entstanden. Am Anfang standen verkleinerte Tonmodelle. Die Materialien für die richtigen Masken waren einfach – feinmaschiger Draht („Kükendraht“), Gipsbinden und Farbe. Ach ja, und ein alter Flokati hat eine wichtige Rolle gespielt 🙂 Um die relativ großen Masken beim Theaterspiel tragen zu können, wurden alte Fahrradhelme eingearbeitet.

Handarbeitsraum in der Waldorfschule Gummersbach

„Gerade die ästhetische Seite des künstlerischen Übens verlangt somit in hohem Maße, von sich selber loszukommen und sich freiwillig auf die Eigenart und Eigengesetzlichkeit einer Sache einzulassen. Motiviert, eine Sache schön zu machen, ist man nicht, weil man das schön machen muß und soll, weil es sonst eine schlechte Note gibt – also von außen gesteuert; sondern motivieren muß man sich im Künstlerischen selbst. Motivierend, die Sache schön zu machen, ist allein die Hingabe an die Aufgabe. Weil ich es will, daß sie schön wird, strenge ich mich an. Dieses Streben nach dem Schönen ist etwas, was von innen kommen muß, von dem keiner sagen kann: du mußt das schön machen! Man macht es dann vielleicht korrekt, aber nur so weit wie unbedingt nötig. Das Schönmachen geht über die reine Pflichterfüllung hinaus, man übernimmt Eigenverantwortung aus Eigenantrieb. Auch Geduld und Ausdauer werden dann selbst gewollt und wirklich gebildet. Sich in Freiheit einer Aufgabe zuzuwenden, ist vielleicht der wichtigste Lernschritt, der hier getan werden kann, wie auch die Beobachtungen zeigen, daß am Ende des Förderungsjahres eigene Wünsche und Handlungsantriebe bei den Jugendlichen da waren, eigene Interessen, etwas zu lernen – und daß nicht nur etwas getan wurde, weil es eben getan werden mußte.“

Dieses Zitat stammt aus einem Bericht über einen Ausbildungsversuch bei den Kölner FORD-Werken, von 1985, der sich „Fachübergreifende Qualifizierung durch künstlerische Übungen“ nannte.

Genauso gut passt es aber auch zu den hier gezeigten Bildern. Drei Schüler der 8. Klasse der Freien Waldorfschule Oberberg in Gummersbach haben dieses Mosaik im Handarbeitsraum ihrer Schule erstellt – als freiwilliges Projekt während der Sommerferien 2005.

Das Wandmosaik in der AHG Köln

Ausgangssituation: Die Fenster, die den Speisesaal vom Anbau trennten, waren herausgenommen worden und die so entstandenen „Öffnungen“ sollten neu gestaltet werden. Die Grundfarbe sollte sich an den gegebenen Farben (Möbel) orientieren und sich mit weiteren Gestaltungselementen, wie den Pflanzen und dem Licht, verbinden.

Mit Engagement und Hingabe gestalteten die Klienten eine „grüne Ranke“ aus Fliesenbruch und Steinmaterial, die sich innerhalb der sandfarbenen Fläche bewegt. Durch die Einarbeitung von Spiegelscherben tauchen, je nach Sonnenlichteinfall, zusätzlich Lichtreflexe in dem dahinterliegenden Raum auf.

So ist auch in dieser Gemeinschaftsarbeit sichtbar geworden, wie sich jeder, seinen Fähigkeiten entsprechend einbringen kann und dann schließlich, im kreativen Prozess, die eigentliche Arbeit zu einem sozialkünstleisches Gestalten „Seite an Seite“ – „Hand in Hand“ wird.

Der Brunnen am Gymnasium

Mosaikprojekt am Gymnasium Moltkestraße in Gummersbach

Juni bis September 2005, im Rahmen der Umgestaltung des Schulhofs
Projektwoche mit ca. 30 Schülern der 10. und 11. Klasse

Künstlerische Leitung und Fertigstellung durch Petra Bergerhausen und Anette Liedke

Ziel unserer künstlerischen Gestaltung war:

  • Die vorhandene, streng geometrische Form- und Farbgestaltung des Schulgebäudes aufzugreifen.
  • Die Auflösung des rechten Winkels und dessen Umwandlung in organisch-wachsende Strukturen
  • Die farbige Veränderung des Materials durch herabfließendes Wasser am Brunnen mit einzubeziehen

Projektwoche

Die Schüler gestalteten (in Gruppen von 3-4 Teilnehmern) jeweils eine grob festgelegte Fläche, nach eigenen Entwürfen und Bildern. Das Farbspiel war frei gewählt, jedoch im Rahmen einer vorher festgelegten Auswahl der Fliesen (Weiß, Sand- und Brauntöne, Orange, Grau, Blau und Schwarz), dazu Gesteinsbrocken der unterschiedlichsten Art, Glasbrocken, etc.

Die Schüler erlernten die einzelnen Arbeitsschritte:

  • Zerbrechen der Fliesen, das Legen des Motivs durch Zusammensetzen vieler kleiner, unregelmäßig gebrochener Formen
  • Der Umgang mit Fliesenkleber, Fugenmaterial und Werkzeug

Die Aufgabe der Künstlerinnen während der Projektwoche bestand darin, die Arbeitsschritte zu vermitteln, praktische Hilfestellung zu geben, beratend einzugreifen, und auf eine sorgfältige Verarbeitung des Materials zu achten. Das Besondere einer künstlerischen Gruppenarbeit mit der Mosaiktechnik (nicht zu verwechseln mit dem klassischen Mosaik aus gleichmäßig-quadratischen Steinchen) ist das „Sichtbarwerden“ von sozialen Eigenschaften innerhalb der Gruppe:

  • Viele verschieden geformte Teile (Individuen) bilden ein Gesamtbild (Gruppe)
  • Das Wechselspiel von: Sich einfügen, hervortreten, Umraum bilden, Mittelpunkt sein, unterstützen, betonen, zurücktreten, etc. spiegelt sich im Material wieder
  • Auch das Fugenbild hat eine wichtige Funktion: Es ist die Linie, der „Abstand“ zwischen den Individuen, der letztendlich dem Gesamtbild Halt und Ruhe gibt

Mein besonderer Dank geht an:

  • Herrn Peter Leidig, der uns diesen Auftrag vertrauensvoll übergab
  • Petra Bergerhausen für die phantastische Zusammenarbeit
  • Steve, der uns eine neue Technik des Verfugens lehrte
  • An die Schüler der 10. und 11. Klasse, die mit viel Hingabe und Engagement arbeiteten und uns die Hoffnung geben auf weitere sozial-künstlerische Projekte
  • An die Passanten, die die Umgestaltung des Brunnens mit Freude verfolgten und uns viel Erfolg wünschten