Der Brunnen am Gymnasium

Mosaikprojekt am Gymnasium Moltkestraße in Gummersbach

Juni bis September 2005, im Rahmen der Umgestaltung des Schulhofs
Projektwoche mit ca. 30 Schülern der 10. und 11. Klasse

Künstlerische Leitung und Fertigstellung durch Petra Bergerhausen und Anette Liedke

Ziel unserer künstlerischen Gestaltung war:

  • Die vorhandene, streng geometrische Form- und Farbgestaltung des Schulgebäudes aufzugreifen.
  • Die Auflösung des rechten Winkels und dessen Umwandlung in organisch-wachsende Strukturen
  • Die farbige Veränderung des Materials durch herabfließendes Wasser am Brunnen mit einzubeziehen

Projektwoche

Die Schüler gestalteten (in Gruppen von 3-4 Teilnehmern) jeweils eine grob festgelegte Fläche, nach eigenen Entwürfen und Bildern. Das Farbspiel war frei gewählt, jedoch im Rahmen einer vorher festgelegten Auswahl der Fliesen (Weiß, Sand- und Brauntöne, Orange, Grau, Blau und Schwarz), dazu Gesteinsbrocken der unterschiedlichsten Art, Glasbrocken, etc.

Die Schüler erlernten die einzelnen Arbeitsschritte:

  • Zerbrechen der Fliesen, das Legen des Motivs durch Zusammensetzen vieler kleiner, unregelmäßig gebrochener Formen
  • Der Umgang mit Fliesenkleber, Fugenmaterial und Werkzeug

Die Aufgabe der Künstlerinnen während der Projektwoche bestand darin, die Arbeitsschritte zu vermitteln, praktische Hilfestellung zu geben, beratend einzugreifen, und auf eine sorgfältige Verarbeitung des Materials zu achten. Das Besondere einer künstlerischen Gruppenarbeit mit der Mosaiktechnik (nicht zu verwechseln mit dem klassischen Mosaik aus gleichmäßig-quadratischen Steinchen) ist das „Sichtbarwerden“ von sozialen Eigenschaften innerhalb der Gruppe:

  • Viele verschieden geformte Teile (Individuen) bilden ein Gesamtbild (Gruppe)
  • Das Wechselspiel von: Sich einfügen, hervortreten, Umraum bilden, Mittelpunkt sein, unterstützen, betonen, zurücktreten, etc. spiegelt sich im Material wieder
  • Auch das Fugenbild hat eine wichtige Funktion: Es ist die Linie, der „Abstand“ zwischen den Individuen, der letztendlich dem Gesamtbild Halt und Ruhe gibt

Mein besonderer Dank geht an:

  • Herrn Peter Leidig, der uns diesen Auftrag vertrauensvoll übergab
  • Petra Bergerhausen für die phantastische Zusammenarbeit
  • Steve, der uns eine neue Technik des Verfugens lehrte
  • An die Schüler der 10. und 11. Klasse, die mit viel Hingabe und Engagement arbeiteten und uns die Hoffnung geben auf weitere sozial-künstlerische Projekte
  • An die Passanten, die die Umgestaltung des Brunnens mit Freude verfolgten und uns viel Erfolg wünschten