Handarbeitsraum in der Waldorfschule Gummersbach

„Gerade die ästhetische Seite des künstlerischen Übens verlangt somit in hohem Maße, von sich selber loszukommen und sich freiwillig auf die Eigenart und Eigengesetzlichkeit einer Sache einzulassen. Motiviert, eine Sache schön zu machen, ist man nicht, weil man das schön machen muß und soll, weil es sonst eine schlechte Note gibt – also von außen gesteuert; sondern motivieren muß man sich im Künstlerischen selbst. Motivierend, die Sache schön zu machen, ist allein die Hingabe an die Aufgabe. Weil ich es will, daß sie schön wird, strenge ich mich an. Dieses Streben nach dem Schönen ist etwas, was von innen kommen muß, von dem keiner sagen kann: du mußt das schön machen! Man macht es dann vielleicht korrekt, aber nur so weit wie unbedingt nötig. Das Schönmachen geht über die reine Pflichterfüllung hinaus, man übernimmt Eigenverantwortung aus Eigenantrieb. Auch Geduld und Ausdauer werden dann selbst gewollt und wirklich gebildet. Sich in Freiheit einer Aufgabe zuzuwenden, ist vielleicht der wichtigste Lernschritt, der hier getan werden kann, wie auch die Beobachtungen zeigen, daß am Ende des Förderungsjahres eigene Wünsche und Handlungsantriebe bei den Jugendlichen da waren, eigene Interessen, etwas zu lernen – und daß nicht nur etwas getan wurde, weil es eben getan werden mußte.“

Dieses Zitat stammt aus einem Bericht über einen Ausbildungsversuch bei den Kölner FORD-Werken, von 1985, der sich „Fachübergreifende Qualifizierung durch künstlerische Übungen“ nannte.

Genauso gut passt es aber auch zu den hier gezeigten Bildern. Drei Schüler der 8. Klasse der Freien Waldorfschule Oberberg in Gummersbach haben dieses Mosaik im Handarbeitsraum ihrer Schule erstellt – als freiwilliges Projekt während der Sommerferien 2005.