Mosaikprojekt in der Anna-Freud-Schule

Im Schuljahr 2016/17 hat auch in der Anna-Freud-Schule („Schule für Kranke“) in Gummersbach ein Projekt stattgefunden; dort werden Kinder und Jugendliche aller Schulformen und Klassenstufen unterrichtet, bei denen ein mindestens vierwöchiger Krankenhausaufenthalt zu erwarten ist, d.h., in der Regel sind die Kinder nur für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes dort.

Daher wurden kleine, überschaubare Mosaikarbeiten angefertigt, die die Kinder mit nach Hause nehmen konnten und als Gemeinschaftsarbeiten zwei größere Mosaikbilder für die Küche mit dem Titel  „gedeckter Tisch“. Das Thema war naheliegend und wurde mit viel Freude phantasievoll umgesetzt!

 
 

Mosaikstelen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
(Rainer Maria Rilke)

Der Wunsch nach einer Mosaikgestaltung von Betonstelen für ein Urnenfeld auf dem Bramscher Friedhof kam von dem Garten- und Landschaftsarchitekten Hyco Verhaagen.
Ein inspiratives Treffen in meiner Werkstatt lies vielfältige Ideen wachsen und sehr bald zu einem konkreten  Auftrag werden.

Über die Monate reiften die Details zu Form, Farbe, Material und letztendlich die Idee der „großen Spirale“, deren Mittelpunkt irgendwo im Unsichtbaren liegt und die sich jeweils nur in einem Ausschnitt zeigt bzw. sich auf den Stelen materialisiert.

Grüner Stein aus Afrika verbindet sich mit regional gesammelten Steinmaterialien, außerdem einzelne Steine aus vielen Teilen der Erde – sie  tauchen in den Kreissegmenten auf – „Wegesteine“… Friedhofsbesucher konnten sich auch einen Wegestein auswählen, oder haben selbst einen Stein mitgebracht, der dann eingearbeitet wurde.

Es war eine besondere Erfahrung, zwei Wochen auf dem Friedhof zu arbeiten; die Ruhe des Ortes, das Eintauchen in das Steinmaterial und in die Sommerwärme, gelegentliche Besuche und anregende Gespräche und natürlich auch Beerdigungen … und außerhalb dieser Ruhezone das  – mir fragwürdig erscheinende – Alltags- und Konsumtreiben.

Auf diesem Weg allen Beteiligten einen herzlichen Dank für das Vertrauen und die künstlerische Freiheit! Außerdem danke ich

  • dem Friedhofsteam  für alle Arbeitserleichterungen,
  • den Steinmetzen der Firma Tschörner für das Ausleihen von Werkzeug,
  • Jonas, für die Hilfe beim Verfugen, als der erste Anflug von Erschöpfung kam,
  • Sabine Vielmetter, durch deren Empfehlung diese Verbindung überhaupt zustande gekommen ist und für ihre schöne Unterkunft,
  • und natürlich Johannes Vielmetter, dessen Geist sich des öfteren meldete, wenn es schwierig wurde und mich auch an die notwendigen (Kaffee)pausen erinnerte 🙂

 

stelen_ bramsche

Und hier gibt es noch einen Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung NOZ.

KOINOBORI

Angeregt durch das KOINOBORI-Projekt, werden am 11.3.2016, dem 5. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima, 8 Frauen ihre aus den verschiedensten Materialien gearbeiteten Kois bei mir ausstellen. Die jeweils etwa 1m langen Fische werden z.B. aus Wolle, Stoff, Plastiktüten oder alten Landkarten bestehen und genäht, geklebt, gefilzt, gehäkelt sein.

Das zeigt uns, wie vielfältig und phantasievoll die Möglichkeiten jedes Einzelnen sind, ein Thema zu bearbeiten, um damit den Blick auf die Individualität zu weiten und zugleich dessen Schönheit wahr-zunehmen und zu be-wahren.

KOINOBORI ist ein japanischer Kindertags-Brauch. In Japan symbolisiert der Koi Entschlossenheit und Ausdauer in problematischen Situationen und diese Eigenschaften wünscht man seinen Kindern durch das Hissen einer Koi-nobori Karpfenfahne.

Unsere Kois sind den Kindern gewidmet, nicht nur in Japan sondern überall, wo politisch-wirtschaftliche Katastrophen ein friedvolles Leben unmöglich machen, denn unser Lebensstil hat unmittelbare, globale Auswirkungen und sie müssen mit den Folgen unserer alltäglichen Entscheidungen leben.

11.3.2016, an der Straße vor meiner Werkstatt, Dieringhauser Straße 125, 51645 Gummersbach, zwischen der Antiatom- und der Japanfahne.

Drei Generationen im Jugendzentrum

Zu einem einwöchigen Mosaikprojekt trafen sich jeden Tag ca. 15
Menschen unterschiedlichen Alters – von 8 bis 75 Jahren –, um den
Innenhof des Jugendzentrums Drabenderhöhe im Oberbergischen
gemeinsam zu verschönern und in ein Kunstwerk zu verwandeln.
Kinder, Jugendliche, Mütter, Väter, Pflegeeltern, Großeltern und
Nachbarn wirkten in täglich neuen Gruppenkonstellationen an der
Umgestaltung des Innenhofs.

Die Älteren halfen den Jüngeren bei den handwerklichen Herausforderungen,
diese wiederum konnten mit ihrer Phantasie und
ihrem Einfallsreichtum die Erwachsenen begeistern; so entstanden
grünschillernde Mosaikschlangen auf den bunten Freiluftsitzplätzen,
und lodernde Flammen leuchten nun auf dem gewöhnlichen
Grillkamin.

In den Arbeitspausen gab es gemeinsames Essen, es wurde gekichert
und gespielt und vor allem mit den neuen Bekanntschaften
Gespräche geführt.

Das Besondere in der Mosaikgestaltung, neben der handwerklich-
küntlerischen Herausforderung, ist das »Sichtbarwerden« von
sozialen Eigenschaften innerhalb einer Gruppe: Viele verschieden
geformte Teile – Individuen – fügen sich zu einem Gesamtbild – einer
Gruppe – zusammen; das Wechselspiel von Sich-einfügen, Umraum-
Bilden, Mittelpunkt-Sein, etc. spiegelt sich in den Materialien
wieder; selbst das Fugenbild hatte eine wichtige Funktion: Es ist
die Linie, die alles verbindet aber auch der »Abstand« zwischen den
Individuen, was letztendlich dem Gesamtbild Halt und Ruhe gibt.
Die Beteiligten erfanden grünen Schlangen, verschiedenste
Motive oder klebten »nur« farbige Flächen. Je nach Können gestaltete
jede und jeder auf seine Weise – aber immer war klar, dass jeder
Teil gleich wichtig ist!

Als Begleiterin dieses Prozesse bestand meine Hauptaufgabe
darin, das »Ganze«, in Farbe und Form immer im Auge zu behalten,
damit im Schaffenseifer nicht die handwerklich notwendige
Sorgfalt vergessen wurde. So ist auch in dieser Gemeinschaftsarbeit
sichtbar geworden, wie sich jeder seinen Fähigkeiten entsprechend
einbringen kann und dann schließlich im kreativen Prozess die eigentliche
Arbeit zu einem sozialkünstleischen Gestalten »Seite an
Seite – »Hand in Hand« wird. •

Noch viel mehr Bilder gibt es auf der Website des Jugendheims!

Jugendheim Drabenderhöhe
Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Wiehl
In der Landwehr, 51674Wiehl, Tel: 02262-1249